Zurück zur Homepage

Internationales Elbe-Saale-Camp

Fest & Aktionen am Fluß

 

Auswahl von Presseberichten zum 10. Elbe-Saale-Camp
 


  • Mitteldeutsche Zeitung 03.08.2002
    Internationales Elbe-Saale-Camp begann
    Kampf gegen Flussausbau für die Schifffahrt steht im Mittelpunkt
  • Mitteldeutsche Zeitung 05.08.2002
    Aktion fordert Ende der "Steinigung"
    Teilnehmer des internationalen Camps protestieren in Aken
  • Volksstimme Zerbst 6.8.2002
    Schotter am Ufer soll Auenwald gefährden
  • Mitteldeutsche Zeitung 07.08.2002
    Orchideen-Retter mit den Füßen im Wasser
    Eine Woche Aktivitäten für den Erhalt der Flusslandschaft
  • taz 7.8.2002
    "Saaleausbau zügig vorantreiben"
  • Volksstimme Schönebeck 12.08.2002
    Elbeschützer wollen Aktionen verschärfen

Mitteldeutsche Zeitung 03.08.2002

Umwelt

Internationales Elbe-Saale-Camp begann
Kampf gegen Flussausbau für die Schifffahrt steht im Mittelpunkt

Barby/dpa. Der Kampf gegen den Ausbau der Flüsse für die Schifffahrt steht im Mittelpunkt des 10. Internationalen Elbe-Saale-Camps, das am Samstag in Barby (Landkreis Schönebeck) eröffnet wurde. Bis zum kommenden Wochenende wollen rund 100 Naturschützer aus drei Ländern in dem Camp Erfahrungen austauschen, Exkursionen unternehmen, mit Politikern diskutieren und gemeinsam feiern. Veranstaltet wird das Camp, dass jeden Sommer stattfindet, unter anderem vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Stiftung Umwelt und Naturschutz.

"Der Elbe-Ausbau muss gestoppt werden", sagte Umweltaktivist Ernst Paul Dörfler vom BUND. "Andernfalls droht die Zerstörung einer der letzten noch erhaltenen natürlichen Flusslandschaften." Allein in diesem Jahr wolle das Bundesverkehrsministerium 100 000 kopfgroße Schottersteine an den Elbufern verbauen. Betroffen seien auch das Dessau-Wörlitzer Gartenreich als UNESCO-Weltkulturerbe sowie eines der ältesten Naturschutzgebiete Deutschlands, der Steckby-Lödderitzer Forst.

Zusammen mit der Dessauer Grünen-Bundestagsabgeordneten Steffi Lemke legte Dörfler am Samstag den Grundstein für ein "Elbe-Mahnmal" aus Schottersteinen. Es soll im Verlauf des Camps durch die Teilnehmer fertig gestellt werden.

Seit 1992 werden entlang der Elbe im Auftrag der Bundesregierung Buhnen aufgeschüttet oder Ufer mit Schottersteinen befestigt. Ziel ist es, für einen gleichmäßigen Wasserstand in dem Fluss zu sorgen und ihn damit besser schiffbar zu machen. Naturschützer machen gegen die Bauprojekte seit langem mobil. Sie befürchten etwa durch das Absinken des Grundwasserspiegels irreparable Schäden für Flora und Fauna. Sie bezweifeln zudem den wirtschaftlichen Nutzen.

Ungeachtet dessen will die Bundesregierung an dem insgesamt rund 200 Millionen Euro teuren Projekt festhalten. "Die Strombaumaßnahmen sind wirtschaftlich und verkehrspolitisch sinnvoll", sagte Verkehrsstaatssekretär Ralf Nagel vor wenigen Tagen in Magdeburg. Sie seien wichtig, um mehr Güterverkehr von der Straße auf Wasserwege zu verlagern. Auch das ökologische Potenzial der Flusslandschaft Elbe sei nicht gefährdet.
zum Seitenanfang


Mitteldeutsche Zeitung 05.08.2002

Schutz der Elbe

Aktion fordert Ende der "Steinigung"
Teilnehmer des internationalen Camps protestieren in Aken
Von Wladimir Kleschtschow

Aken/MZ. Mit einer symbolischen Aktion protestierten Teilnehmer des diesjährigen internationalen Elbe-Saale-Camps am Montag bei Aken gegen die Schotterung der Elbe-Ufer. Unterstützt von der Bürgerinitiative Pro-Elbe und dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) entfalteten sie an frisch aufgeschütteten Schotterhaufen zwei Transparente mit den Aufschriften "Die Elbe darf nicht gesteinigt werden!" und "Schiffe ja, Schotter nein!"

Kurz nach 12 Uhr legen die beiden Schlauchboote mit den Teilnehmern der Aktion am linken Ufer der Elbe, ein paar hundert Meter unterhalb des Akener Hafens, an. Ein beträchtlicher Abschnitt des Ufers ist hier bereits mit Schotter bedeckt, weiterer Schotter wird herantrasportiert.

"Wir fordern, dass diese Arbeiten gestoppt werden und dass geprüft wird, inwieweit sie sinnvoll und für die Landschaft hier verträglich sind", sagt Paul Dörfler, der den BUND und die Bürgerinitiative vertritt. "Hier wird von den Behörden hartnäckig ein Projekt verwirklicht, das aus den 30er Jahren stammt. Weder die Bevölkerung noch die betreffenden Kommunen wurden gefragt".

Die 15 Teilnehmer der Aktion stammen aus drei Ländern: Tschechien, Weißrussland und Deutschland. Die Verständigungssprache ist Englisch. "Ich komme aus Weißrussland und halte die Bewegung zum Schutz der Elbe für sehr wichtig. Auch bei uns in Weißrussland konsolidiert sich die ökologische Organisation "Öko-Dom"." Für Veronika und die anderen Weissrussen seien die Erfahrungen der hiesigen Umweltschützer von großem Interesse.

Paul Dörfler berichtet, dass an einigen Strecken bereits beide Flussufer mit Schotter bedeckt seien. Millionen würden dafür ausgegeben. Diese Maßnahme schade jedoch der Attraktivität der elbnahen Gebiete. "Welcher Tourist wird sich diese Steine ansehen wollen?", so Dörfler. Auch würde der Verbau der Elbe dazu führen, dass der eingeschnürte Fluss sich immer weiter eintiefe. Dies sei eine Gefahr für die einzigartige Auenlandschaft. "Wir wollen diese Ursprünglichkeit erhalten und die Bevölkerung für das Problem weiter sensibilisieren", so Dörfler. "Manch einer fliegt in seinem Urlaub Tausende von Kilometern weit, um sich zum Beispiel den Vulkansand auf den Kanaren anzusehen. Dabei sind die Sandbänke der Elbe mindestens genau so einzigartig. Sie dürfen nicht den Steinen zum Opfer fallen".

Laut Dörfler nehme der Druck auf die zuständigen Behörden immer mehr zu. Entlang der gesamten Elbe hätten sich Bürgerinitiativen zum Schutz des Flusses gebildet. Noch in diesem Monat sei eine Elbe-Fahrt mit Prominenten geplant, um so auf die Dringlichkeit des Problems aufmerksam zu machen.
zum Seitenanfang


Volksstimme Zerbst 6.8.2002

Schotter am Ufer soll Auenwald gefährden

Steckby/Lödderitz (am) - Eine Gruppe von Flussaktivisten des 10. Internationalen Elbe-Saale-Camps zusammen mit Vertretern der "Bürgerinitiative Pro Elbe" auf Erkundungsfahrt durch den Steckby-Lödderitzer Forst - neuer Schotter an den Ufern der Elbe innerhalb eines der ältesten Naturschutzgebiete der Bundesrepublik Deutschland löste Proteste aus.

Montag ab 11 Uhr: Ein Dutzend junger Menschen an Bord zweier miteinander verbundener Schlauchboote. Gesprochen wird Englisch, Deutsch, Tschechisch und Russisch. Sie fahren von Aken über Steckby nach Barby. Es sind Flussschützer aus Deutschland und Osteuropa, sie wollen den größten Auenwald Mitteleuropas vom Wasser her erkunden. Mitglieder der "Bürgerinitiative Pro-Elbe" begleiten die weitgereisten Gäste und erläutern die Einmaligkeit dieser Flusslandschaft mit ihren hellen Sandstränden und grünen Auen. Zwei Kilometer stromab der Akener Fähre fallen große Gesteinshalden und neu versteinerte Ufer auf. "Hier wird gebaut, wie seit Jahren ohne Prüfung auf Umweltverträglichkeit", erklärt Mario Peine von der Bürgerinitiative.

Bemerkenswert ist aus Sich von Elbe-Projektleiter Dr. Paul Ernst Dörfler: "In diesem Abschnitt gibt es keine tauchtiefenbestimmende Stelle - für die Schifffahrt gibt es hier keinen Engpass. Warum dennoch gebaut wird ist unklar."

Im November des vergangenen Jahres sei genau an diesem Elbabschnitt hier ein 15 Millionen Euro Renaturierungsprojekt durch Umweltminister Jürgen Trittin gestartet worden - zum Erhalt des Auenwaldes. Der Schotterverbau durch den Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig könnte das Gegenteil bewirken - nämlich die schleichende Austrocknung des Auenwaldes. Das Bundesamt für Naturschutz verlangt deshalb den Baustopp, wie auch das ARD-Magazin "Kontraste" berichtete.

Unverständnis bei den Gästen: "Warum wird soviel Geld für soviel Unsinn ausgegeben?", fragt Jan aus Tschechien? Am Donnerstag wird darauf eine Antwort erwartet. Ein Vertreter des Umweltbundesamtes Berlin wird zum Elbe-Saale-Camp kommen und eine Studie zu den Baumaßnahmen an der Elbe vorstellen.

Die Studie wurde schon im Spiegel kurz veröffentlicht: "Die Kosten übersteigen den Nutzen" heißt es im Fazit. (LRZER)
zum Seitenanfang


Mitteldeutsche Zeitung 07.08.2002

Elbe-Saale-Camp

Orchideen-Retter mit den Füßen im Wasser
Eine Woche Aktivitäten für den Erhalt der Flusslandschaft
Von Johannes Dörries

Barby/MZ. "Es sollte alles so bleiben, wie es ist. Damit auch die folgenden Generationen das noch erleben können." Henrik Fabian liegen die Elbe und ihre Landschaft am Herzen. Der 25-Jährige aus Glinde (Kreis Schönebeck) steht in der Sonne und schwitzt. Mit der Linken hält er die Sense, mit der er seit Stunden auf einer Wiese unweit Badetz die kniehohen Gräser gemäht hat: Arbeitseinsatz des Zehnten Internationalen Elbe-Saale-Camps, das bis zum Sonntag bei Barby direkt am Fluss stattfindet.

Die Feuchtwiese im Biosphärenreservat Mittlere Elbe, einige hundert Meter von dem Fluss entfernt, ist Lebensraum seltner Orchideen. Bleibt sie sich selbst überlassen, droht sie zu verfilzen. Die Gräser sacken im Herbst zusammen, ersticken die Artenvielfalt. Deshalb muss alljährlich gemäht werden.

"Am besten in Handarbeit", sagt Klaus Winkler. Er ist einer der Freiwilligen, die zur Sense greifen. Der 46-jährige Nordbayer verbringt seinen Urlaub in dem Camp, ist zum vierten Mal dabei. Nicht ohne Stolz blickt er auf die Mitstreiter, die mit Sensen, Harken und Hacken arbeiten: "Das ist unbezahlbar." Wertvolle und nützliche Handarbeit eben. Er zeigt auf die zahlreichen Blüten auf dem Gelände, die vielen Schmetterlinge: Ihre Lebensgrundlagen gelte es abzusichern. Naturschutz auf der Feuchtwiese, deren Artenreichtum größer ist als der anderer Landschaften.

Eine Gruppe von Schülern unterstützt die Mäharbeiten. Sie kommen aus der Lernbehindertenschule Schönebeck, verbringen eine Projektwoche in dem Elbe Saale-Camp. Ohne Frage ist das "besser als Schule", bestätigt der zwölfjährige Steven Günther. Er packt kräftig mit an, manövriert die abgeschnittenen Gräser in eine große Plane. Betreut werden die Schülerinnen und Schüler von Evi Schönwiese im Rahmen eines Arbeitsbeschaffungs-Projektes. Sie wohnen eine Woche in Zelten auf dem Camp-Gelände. Programmpunkt diesmal: Orchideen retten. Schönwiese hat erklärt, warum das Mähen wichtig ist. Mit Schwung sind sie dabei - versuchen aber zugleich, keine nassen Füße zu bekommen. Gar nicht so einfach: Stellenweise steht das Wasser knöcheltief.

Das stört den 28-jährigen Jan Dostal und die 19-jährige Zaneta Brozova weniger. Die beiden Tschechen gehören neben einigen Weißrussen zu den internationalen Teilnehmern des Camps. Ihnen ist mit den übrigen Freiwilligen der Einsatz für die Elbe gemein. Der Fluss soll seine Natürlichkeit behalten, die laufenden Baumaßnahmen an dem Strom sollen so rasch wie möglich gestoppt werden. Denn wenn die Elbe zur Schifffahrtsstraße ausgebaut wird, befürchten die Naturschützer ein Sinken des Grundwasserspiegels - tödliche Gefahr für Auewälder und Feuchtwiesen.

Dostal, der sich selber als "Umwelt-Aktivist" bezeichnet, knüpfte bei der Organisation des Elbe-Badetages Mitte Juli in Tschechien internationale Kontakte: "Umweltfragen betreffen nicht nur ein Land, sie sind grenzüberschreitend." So ist er nun zum ersten Mal beim Elbe-Saale-Camp dabei. Wie Zaneta Brozova, die "ihren deutschen Freunden helfen" will.

Dass bei den Aktionen rund um das Camp alles klappt, dafür sorgt auch Henrik Fabian. Er gehört zum Organisations-Team des Aktionsbündnisses Elbe-Saale. "Verbundenheit mit der Heimat" lässt ihn seit Jahren beim Elbe-Camp dabei sein. Vor allem die Menschen in der unmittelbaren Umgebung möchte er mit den Aktivitäten erreichen, um sie "für die Elbe zu sensibilisieren". Aber erstmal geht es darum, dass die Feuchtwiese "wieder atmen kann", sagt er, nimmt die Sense und stapft dort hin, wo die Gräser noch kniehoch stehen.
zum Seitenanfang


taz 7.8.2002

"Saaleausbau zügig vorantreiben"

Zum zehnten Mal findet in Barby das Internationale Elbe-Saale-Camp statt. Nach schwarz-gelbem Wahlsieg in Sachsen-Anhalt warnen die Aktivisten vor solchem im September: Die Normierung der ostdeutschen Flüsse sei dann nicht mehr zu verhindern
von NICK REIMER

"Wer FDP wählt, wählt den Saaleausbau", titelte die taz im April. Bei der Landtagswahl taten das so viele, dass die Liberalen mit über 13 Prozent als Wahlsieger glänzten. "Im Interesse der Unternehmen muss die Erschließung der Wasserstraße Saale jetzt zügig vorangetrieben werden", erklärt nun der neue Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU). Steht ja schließlich im Koalitionsvertrag mit der FDP.

Die Gegner des Projektes wollen sich damit nicht abfinden. Zum zehnten Male haben sie sich im Internationalen Elbe-Saale-Camp bei Barby getroffen, um bis zum Sonntag "Kräfte zu bündeln", wie es der Flussschützer Ernst-Paul Dörfler nennt. Über einhundert Aktivisten aus Osteuropa und der ganzen Bundesrepublik beraten, was zu tun ist. Im Kern geht es um die letzten 20 Kilometer vor der Mündung in die Elbe. Schon unter den Nazis war mit dem Saaleausbau begonnen worden. Allerdings an der falschen Stelle: Von Halle bis Calbe gibt es fünf Staustufen - hier könnten Schiffe der Europaklasse fahren. Statt die sechste Staustufe kurz vor der Mündung auch noch zu bauen, führten die Nazis lieber Krieg. Der chronisch klammen DDR ist zu verdanken, dass dort, wo jetzt die Staustufe geplant ist, der letzte große Auenwald Europas erhalten blieb.

"Die Landtagswahl war eine Katastrophe für Saale und Elbe", sagt Dörfler. Allerdings steht eine noch größere bevor. "Der Anhalter Verkehrsminister kann gar nichts machen. Flussausbau ist Bundeshoheit." Deswegen haben die Elbe-Saale Camper zur morgigen Diskussion auch alle verkehrspolitischen Sprecher der Bundetagsparteien eingeladen. Allerdings wird keiner kommen. Dirk Fischer von der CDU ließ mitteilen, dass der Ausbau ökologisch unbedenklich sei. Sein SPD-Kollege Reinhard Weis, selbst Sachsen-Anhalter, verteidigte den geplanten Ausbau als ökologisch verträglich und für die Schifffahrt notwendig. Kein Diskussions- oder Exkursionsbedarf. "Wenn überhaupt, dann ist der Ausbau nur durch die Grünen zu verhindern", sagt Dörfler. Im März hatten die Grünen beschlossen, sich zum Ausbau zu bekennen, allerdings nur, wenn es zu einer Überarbeitung der bisherigen Pläne kommt. Nicht gerade das, was eine Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes nahe legt: Der vom Bundesverkehrsministerium angestrebte Ausbau ist weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll.
zum Seitenanfang


Volksstimme Schönebeck 12.08.2002

Elbeschützer wollen Aktionen verschärfen

Magdeburg/Barby - Am Sonnabend fand das 10. Internationale Elbe-Saale-Camp seinen Abschluss. Mit der Erklärung des ersten schotterfreien Strandabschnittes wurde die Aktion "Steinbeisser" gestartet. Bei einem Treffen der Elbe-Initiativen am Sonntag in Magdeburg, zu dem auch Bundesaußenminister Joschka Fischer stieß, wurde die weitere Strategie diskutiert.

Abschluss des Elbe-Saale-Camps

"Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom. Wir wollen keine toten Fische sein". Kämpferisch stimmte der Magdeburger Domprediger Giselher Quast die Besucher des Abschlussfestes des Elbe-Saale-Camps auf die kommenden Wochen ein. Nach dem Ende des bereits zum zehnten Mal in Barby durchgeführten Treffens von Flussschützern aus Deutschland, Tschechien und Weißrußland sollen in der heißen Wahlkampfphase öffentlichkeitswirksame Aktionen unter dem Titel "Steinbeisser" durchgeführt werden. Bereits am Dienstag wollen die Aktivisten am Dessauer Kornhaus mit einer Menschenkette den Schotter, der dort zurzeit am Elbufer verbaut wird, symbolisch wieder entfernen, kündigte Ernst Paul Dörfler an. "Unter dem Schotter liegt der Sandstrand" lautet der neue Slogan der Umweltschützer.

"Wir werden unsere Aktionen zuspitzen und intensivieren", sagte Dörfler nach dem Treffen der Bürgerinitiativen "Pro Elbe" in Magdeburg. Das Ziel sei es, noch vor der Bundestagswahl im September einen Baustopp an der Elbe zu erreichen, so der Elbe-Experte.

An dem Treffen nahm auch Bundesaußenminister Joschka Fischer teil. Nach Aussage Dörflers hat sich der grüne Spitzenkandidat für einen Ausstieg aus der Kanalisierung der Flüsse ausgesprochen und versichert, dieses Thema im Falle von Koalitionsverhandlungen mit hoher Priorität zu behandeln. Fischer wolle zudem ein Treffen zwischen dem Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig und den Elbeschützern vermitteln.

Nach der Bundestagswahl, so verständigten sich die Pro-Elbe-Gruppen, soll ein deutschlandweites Netzwerk aufgebaut werden, das auch in Berlin präsent sein müsse. "Wir brauchen eine neue Flusspolitik", forderte Dörfler.

Bei einem überragendem Wahlergebnis von Bündnis 90/Die Grünen könnte sich der Steckbyer Aktivist womöglich bald selbst in der Hauptstadt dafür engagieren. Dörfler tritt auf dem zweiten Listenplatz der Partei in Sachsen-Anhalt an. Bei einer Ablösung der rotgrünen Regierungskoalition hätten die Flüsse dagegen nach seiner Ansicht nichts Gutes zu erwarten "Das wäre die verheerende Variante."

Dörfler zeigte sich nach dem Abschluss des diesjährigen Elbe-Saale-Camps überzeugt, dass es zunehmend gelingt, das Anliegen der Bürgerinitiativen auf die bundespolitische Ebene zu transportieren. Ferner gelte es, den Anwohner die Folgen eines Elbausbau zu erläutern. Die entlang des Flusses ins Leben gerufene Initiativen seien ein Zeichen dafür, dass sich die Bürger nicht mehr alles gefallen lassen würden. In diesem Zusammenhang sei das jährliche Camp eine wichtige Veranstaltung, sagte Dörfler. Die Aktivisten könnten sich dort jedes Jahr zum Erfahrungsaustausch treffen. Deshalb werde es auch im nächsten Jahr wieder ein Internationales Elbe-Saale-Camp in Barby geben.
Von Matthias Gabriel
zum Seitenanfang

 

Kurzinfo

Camp 2007

Anfahrt

Unterkunft/Verpflegung

Kontakt/Anmeldung

Unterstützen Sie uns!

Hintergrundinformationen

Archiv

Camp 2006

Camp 2005

Camp 2004

Camp 2003

Camp 2002
Programm
Impressionen