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START ZUM AUSBAUS DES WESTHAFENKANALS

VDE 17 geht weiter wie bisher

Keine Wende in der Flusspolitik

19. November 2002, BUND Berlin

Der Ausbau des Westhafenkanals im Rahmen von Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr.17 (VDE 17) ist nach Ansicht des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) vollkommen überdimensioniert. Es besteht kein Bedarf für den Ausbau für große Rheinschiffe und 185 m lange Großschubverbände. Zur Zeit ist die Wasserstraße nur zu 30 % ausgelastet und der Massengütertransport sinkt bundesweit.

Zusätzlich wäre der Verkehr mit Containerschiffen schon heute möglich, es müssten lediglich 11 Brückenhöhen angepasst werden. Bedingt durch die laufenden Baumaßnahmen können ab Herbst 2003 die jetzt fahrenden Europaschiffe ganzjährig vollabgeladen fahren, was nicht mal auf dem Rhein möglich ist. Die Binnenschifffahrt kann dann äußerst wirtschaftlich betrieben werden. Von daher fordern der BUND den Ausbaustopp für die Havel und die Spree. Das Einsparungspotential beträgt 1 Mrd. EURO.

Bestätigt wird dies auch mit der neuen noch unveröffentlichten Prognose von PLANCO. Demnach ist der Bedarf von VDE 17 für 2015 um 2/3 reduziert worden, auf ein Schiffsaufkommen von gerade mal zwei Großschiffen am Tag.

Neben der Unwirtschaftlichkeit des Projektes ist die Umweltzerstörung immens: allein für den Ausbau des Westhafenkanals wurden 1000 Bäume gefällt, an der Spreemündung sollen weitere 1000 bis 2000 Bäume fallen, 4,6 ha wertvoller Biotopflächen sollen unwiederbringlich zerstört werden. Die Auswirkungen auf die Vogelfauna wird als sehr erheblich eingeschätzt. Der vielfältige aquatische Lebensraum wird vernichtet und dafür entsteht aus der Spree ein monotoner, sehr geringwertiger Kanallebensraum.

"Wir fordern, dass die Wende in der Flusspolitik endlich umgesetzt wird. Die Projekte müssen auf den ökologischen und ökonomischen Prüfstand. Ein blindes ,weiter so wie bisher' in der Binnenschifffahrt ist unverantwortlich und stößt auf völliges Unverständnis. Wie kann eine Regierung für gerade mal zwei Großschiffe am Tag 1 Milliarde Euro verbauen und gleichzeitig großen ökologischen Schaden anrichten," so Winfried Lücking, Referent für Gewässer und Binnenschifffahrt des BUND.