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ELBE - SAALE - HAVEL - ODER
 



WILL CDU/CSU DURCH FALSCHE ZAHLEN AUSBAU DER SAALE ERZWINGEN?

BUND - Presseinformation

Magdeburg, den 15.3.2002

Wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mitteilt, sind laut Bundesverkehrswegeplan (den die CDU/CSU 1992 beschlossen haben!) für den Ausbau der Saale insgesamt 220 Mio. DM (rd. 110 Mio. Euro) vorgesehen. Darin enthalten sind die geplante Staustufe sowie Flussbegradigungen.
Wo die CDU/CSU die 500 Mio. Euro im Flussausbau der Saale schon investiert sieht, bleibt ihr Geheimnis. Sollten ihre Verkehrsexperten die 70 Jahre alten Staustufen der Saale, die in den 30er Jahren gebaut wurden, als Investitionen mitberechnet haben?

Die Verdummung, so der BUND, setzt sich fort mit dem ,,Märchen von "Flaschenhals". Danach, so behauptet die CDU/CSU, könne erst nach Beseitigung des "Flaschenhalses" an der unteren Saale zwischen Calbe und der Mündung des Güteraufkommen steigen. Um bei dem Bild zu bleiben - der Flaschenhals ist noch viel länger! Die gesamte Elbe gehört dazu, nordwestlich bis Geesthacht vor Hamburg, im Südosten bis zur tschechischen Grenze. Die Elbe kann - selbst nach Realisierung den geplanten Strombaumaßnahmen - nur 1,40 m Tauchtiefe einigermaßen sicher garantieren. Die als wirtschaftlich geltenden Europaschiffe brauchen aber 2,50 m. Diese Schiffe würden über Monate an der Saalemündung in der Elbe stecken bleiben! Um diesen neuen, mehrere hundert Kilometer langen "Flaschenhals" zu beseitigen, müssten auch in die Elbe Staustufen eingebaut werden. Das wäre eine Milliardeninvestition in eine Wasserstraße für Geisterschiffe. Denn selbst das Bundesverkehrsministerium nimmt in ihrer aktuellen Prognosen ein Nullwachstum für die Summe der Transportmengen auf der Elbe an.

Auf der Saale selbst stagnieren die Gütermengen nicht bloß, sie sind seit 1990 von1 Mio. t /Jahr auf unter 0,1 Mio. t zurückgegangen. Nach der offiziellen Statistik des Hafens Halle kommt dort oft nur noch ein Schiff im Monat an. Trotz dieser Schrumpfung auf weniger als ein Zehntel basiert der Antrag der CDU/CSU auf einem waghalsigen Wachstum (2,5 Mio. t bis 2010) - ab heute gerechnet das 25-fache! Die Antragsteller versäumen es, eine Begründung für ihre Annahmen zu liefern. Der BUND fordert, keine Steuergelder mehr für solche Bankrottgeschäfte zu verschwenden. Wer so wie die CDU/CSU mit Zahlen und Steuergeldern umgeht, kann nicht das Vertrauen der Bürger gewinnen, denen an sinnvollen und arbeitsplatzschaffenden Investitionen gelegen ist. Nach einem Flughafen ohne Flugzeuge in Cochstedt brauchen wir nicht auch noch eine teure Wasserstraße ohne Schiffe, so der BUND.

Rückfragen:

Dr. Ernst Paul Dörfler, BUND-Elbeprojekt
Fon/Fax: 039244-290Funk: 0171-1832194
E-Mail: epd@gmx.de
Homepage: http://www.elbe-insel.de