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DOMFELSEN KEIN (SCHIFFFAHRTS-)HINDERNIS

Magdeburg, den 7.2.2002

Elbschifffahrt 2001: Viel Wasser, aber weniger Schiffe

Eine erste Auswertung der jüngsten Statistik zur Schifffahrt auf der Elbe in Magdeburg zeigt, dass der Abtrag des Domfelsens und der Ausbau der Elbe offenbar kaum Effekte auf die Schifffahrt haben würden.
So wurden im Jahr 2001 im Vergleich zu 1999/2000 weniger Güter auf der Elbe transportiert, obwohl die Elbe im letzten Jahr deutlich mehr Wasser hatte als in den zwei Trockenjahren zuvor. (Grafik auf Wunsch per mail)
"Wenn trotz besserer Fahrwasserbedingungen weniger Schiffe fahren und insgesamt weniger Tonnen bewegt werden, dann ist der Transportbedarf der begrenzende Faktor und nicht der Ausbauzustand der Elbe" stellt Dr. Angela Stephan, Sprecherin der Bürgerinitiative Pro Elbe, fest.
Im Jahre 2001 fuhren durchschnittlich 10 Güterschiffe pro Tag. Sie hatten nur 330 Tonnen im Durchschnitt geladen, obwohl die reichliche Wasserführung und die Schiffskapazitäten deutlich mehr zugelassen hätten.
Neue technische Entwicklungen ermöglichen für die Zukunft noch weit mehr Transporte, ohne dass der gute, naturnahe Zustand des Flusses durch wasserbauliche Eingriffe verschlechtert werden müsste: Der Ingenieur Hans Grimmig aus Dresden hat ein flachgehendes Schubschiff mit Schaufelradantrieb für die Elbe patentieren lassen. Mit ihm können bei einem Tiefgang von nur 90 cm stolze 700 Tonnen transportiert werden.
"Das macht alle Ausbaupläne zu Makulatur. Der Einsatz zukunftsfähiger Schiffe könnte dem ganzen Streit um den Flussausbau ein Ende machen", so Ernst Paul Dörfler von BUND- Elbeprojekt.
Der Domfelsen stört die Schiffe nicht wirklich, bis heute hat niemand das Gegenteil bewiesen, und dieser Beweis dürfte in Zukunft immer schwieriger zu führen sein.
Das Transportaufkommen auf der Elbe sinkt nachweislich seit 1913. Selbst wenn es künftig steigen würde, könnten angepasste Schiffe die zusätzlichen Mengen bewältigen ohne dass der Fluss sein Gesicht verliert.
Wer also könnte unter diesen Umständen den Abtrag des Domfelsens und den jährlichen Verbau von über 100 000 Tonnen Schotter immer noch wollen? Man muss langsam fragen, welche Interessen hinter den Ausbauplänen stehen, wenn es nach Lage der Fakten um die Schifffahrt gar nicht mehr geht!

Rückfragen:

Dr. Ernst Paul Dörfler, BUND-Elbeprojekt, Fon/Fax: 039244-290, Funk: 0171-1832194, E-Mail: epd@gmx.de, Homepage: http://www.elbe-insel.de
Dr. Angela Stephan, Fon: 0391 6224411, BI Pro Elbe Magdeburg, E-Mail: Stephan-Magdeburg@t-online.de