MAGDEBURGER RESOLUTION
Aus Anlass des 1. Netzwerktreffens »Flusslandschaften«
im Dom zu Magdeburg am 3.11. 2001
Die Gründung der Bürgerinitiativen entlang der Flüsse Elbe, Saale,
Havel und Oder und die Bildung eines Netzwerkes ist Ausdruck einer
großen Bereitschaft zu einem entschlossenem Engagement zur Rettung der
letzten naturnahen Flüsse Deutschlands und Mitteleuropas.
Die unverminderte Fortsetzung des ungeprüften Verbaus der Elbe nach
Plänen der 30er Jahre durch den Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig
ruft Unverständnis und den Zorn jener Menschen hervor, denen ihr Fluss
wichtig ist und die der schleichenden Zerstörung ihrer
Flusslandschaft nach überholten Mustern nicht tatenlos zusehen
wollen.
Das Netzwerk Flusslandschaften wird im kommenden Jahr folgende
Schwerpunkte setzen:
Mit wirtschaftlichen und ökologischen Fakten wird das Netzwerk die
systematischen Täuschungen der Öffentlichkeit über den
sog. »behutsamen, punktuellen, ökologisch verträglichen und
hochwirtschaftlichen Ausbau« der Flüsse sichtbar zu machen.
Mit Elbgottesdiensten, Baustellen-Aktionen, Mahnfeuern sowie
Mahnwachen unter dem Motto »Eine Nacht im Flussbett« plant
das Netzwerk, sichtbare öffentliche Zeichen für einen nachhaltigen
Umgang mit unseren Flüssen zu setzen.
Ein besonderer Höhepunkt wird der 1. Internationale Elbe-Badetag am
14. Juli 2002 sein.
Eine Änderung in der Flusspolitik ist nur durch neue politische
Entscheidungen möglich. Deshalb werden im Wahljahr 2002 den Kandidaten
Wahlprüfsteine vorgelegt.
»Wer die Steinigung unserer Flüsse duldet, wird nicht
gewählt«
so die klare Forderung der Bürgerinitiativen.
Magdeburg, den 3.11. 2001